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Der Monat verſtrich. Adhemar hatte Paris nach allen Flanken durchlaufen und war gleichwohl noch auf dem nämlichen Flecke. Es iſt Tantalusarbeit, eine Anſtellung zu bekommen, wenn man Niemandes Ver⸗ wendung in Anſpruch nehmen will. Weitere vierzehn Tage verfloßen. Eines Morgens, als Adhemar über⸗ legte, was etwa anzufangen wäre, erinnerte er ſich
eines alten Familienfreundes, eines in Havre eta⸗
blirten Kaufmanns, der ihm, wenn er nach Paris kam, mehrmals ſeine Dienſte angeboten und ſehr oft zu einem Beſuch in Havre eingeladen hatte, und rief: „Es bleibt dabei, ich gehe zu Herrn Bonnefond, das iſt ein ausgezeichneter Mannz entweder wird er mich in ſeinem Hauſe verwenden oder mir für eine ander⸗ weitige Stelle ſorgen; ich werde dann nicht mehr in Paris ſein, das iſt aber nur um ſo beſſer. Wie Teufel kommt mir dieſer Gedanke jetzt erſt in den Kopf?“
Zwei Stunden nachher hatte Adhemar ſeinen Platz nach Havre beſtellt; er ging von da wieder in ſein Logis, packte ſeinen Koffer, rief der Frau Poupoule und bat ſie, ihm den Tapezier herzubeſtellen, von dem er ſeine Möbeln habe, indem er andern Tages Paris zu verlaſſen geſonnen ſei.
Der Tapezier kam; er ſchnitt dieſelbe Grimaſſe, wie ſein College von der Chauſſée d'Antin, als er er⸗ fuhr, es handle ſich um's Verkaufen und nicht um's Kaufen. Mit der kleinlichſten Sorgfalt unterſuchte er das ihm bereits ſehr gut bekannte Mobiliar. Ad⸗ hemar verlor wieder die Geduld; das Unglück hatte ihn nicht anders zu machen vermocht. Er rief:„Je
Paul de Kock. X. 2
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