Teil eines Werkes 
4. Th. (1844)
Entstehung
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meiden, wo ein Zuſammentreffen mit ihr möglich war.

Da er indeſſen den ſchlechten Zuſtand ſeiner Fi⸗ nanzen nicht gerne enthüllen wollte, ſo pflegte er immer noch mit der größten Sorgfalt ſeine Toilette;

er bot Allem auf, wie bisher ſaubere Handſchuhe und lakirte Stiefel zu haben, damit ſeine Kleidung

immer noch den Schein eines Mannes auf ihn werfen möchte, der ſich in glänzender Lage befindet. Man

ſieht, daß es Adhemars Muth zu einem Siege über

ſeine Eitelkeit noch an der gehörigen Kraft fehlte. Einen ganzen Monat lang durchlief Adhemar die Straßen von Paris, ſich den Kopf zerbrechend, wel⸗

cher Ausweg ſich wohl ergreifen laſſen möchte, ohne

daß er ſich indeß an einen ſeiner Bekannten oder

Freunde von der hohen Welt gewandt hätte, um

durch dieſe zu einer Anſtellung zu kommen, denn das wäre nichts Anderes als eine Entſchleierung ſeiner fatalen Umſtände geweſen, und hätte er dieſe auch nur einem Einzigen unter dem Siegel der Verſchwie⸗ genheit anvertraut, ſo war dieß das wußte er wohl ſo gut, als hätte er es ganz Paris geſagt.

Anſtatt wie ſonſt im Café de Paris oder bei Vefour zu diniren, ſchlich ſich Adhemar verſtohlen in Reſtaurationen zu vierzig Sous, wählte ſich mit Be⸗ dacht ſolche aus, welche in den entlegenſten Stadt⸗ vierteln lagen, blieb dort nicht länger als gerade über die Zeit des Diners, ließ ſich mit Niemand in eine Unterhaltung ein, und ſetzte ſich an Plätze, wo er den Blicken der Gäſte weniger ausgeſetzt war.