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ſem kleinen Knaben mit einer Dame begegnet?— Das iſt ſeine Mama,“ verſetzte die ſchnellzüngige Bäuerin.„Sie komint beinahe täglich zu ihrem kleinen Karl; ol ſie liebt ihn recht ſehr, ſie bringt ihm alle⸗ mal Bonbons und Spielſachen mit.— Dieß Kind nennt ſich Karl?.. Und die Bäuerin ſagte Ihnen, Madame Valmiran ſei ſeine Mutter?“ murmelte Adhemar finſter.—„Ja, mein Herr, ich wiederhole Wort für Wort, was man mir meldete. Indem ich die Mutter Mignot, ſo nennt ſich die Bäuerin, zum Plaudern brachte, wußte ich bald, daß ſie das Kind erſt ſeit der Rückkehr Carleſia's bei ſich hatte; endlich ſagte ſie mir auch, daß die Mutter des kleinen Karl beinahe täglich, aber immer allein komme; dieß iſts im Allgemeinen, wonach ich mich erkundigte. Ich wußte daran genug und ging fort. Seither ging ich aus Neugierde öfters, faſt immer zur nämlichen Zeit an den nämlichen Ort und ſah allemal Carleſia mit ihrem Sohne auf der Flur ſpazieren gehen. Aus dieſem Grunde führe ich Sie nach Saint⸗Maur. Ich denke, mein Herr, Sie werden dort auch ſehen, was ich ſah, und ſich ſo mit eigenen Augen über⸗ zeugen, daß ich Sie nicht belogen habe, als ich Ihnen ſagte, Madame Valmiran habe ein Kind und zwar ein Kind, das nicht vom ſeligen Herrn Valmiran kommen kann.“
Mathilde ſchwieg. Adhemar richtete keine Frage mehr an ſie; er ſchien ganz vertieft in das, was er ſo eben vernommen hatte. Nach einer Weile brach
Paul de Kock. XXXIX. 7


