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Zehn Minuten verfloßen, ſie däuchten Adhemar zehn Jahrhunderte; bereits ſagte er bei ſich:„Sie wird nicht kommen, weil ſie mir den Beweis zu dem, was ſie geſtern behauptete, nicht wird geben können.“
Schon fing die Hoffnung in ſeine Seele wieder⸗ zukehren an, da hielt eine von den Boulevards kom⸗ mende Kaleſche am Eingang der Vorſtadt. Eine Frau beugte den Kopf zum Kutſchenſchlage vor: es war Mathilde; ſie bemerkte Adhemar. Ein Augenblick und er ſaß neben ihr und der Kutſcher fuhr weiter.
Mathilde war noch niedergeſchlagener als am vorigen Tage; allein eine Nervenaufregung gab ihren Augen augenblicklichen Glanz und ſchien ſo die ver⸗ lorenen Kräfte bei ihr zu erſetzen. Als ſie Adhemar erblickte, verlieh eine leichte Röthe ihren Augen einige Farbe; allein dieſe verſchwand in Bälde wieder, um einer Todesbläſſe Platz zu machen.
Adhemar ſaß neben Mathilde, ohne ein Wort zu ſprechen. Der Wagen rollte eine Weile fort, ohne daß der eine Theil ſein Stillſchweigen gebrochen hätte; endlich entſchloß ſich Mathilde hiezu:„Sie wünſchen ohne Zweifel zu erfahren, mein Herr,“ ſagte ſie,„wohin ich Sie führe und wie ich zur Entdeckung jenes Geheimniſſes, das ich Ihnen geſtern mittheilte, gelangt bin. Ich will es Ihnen ſagen, denn für Sie, mein Herr, habe ich kein Geheimniß; Sie wer⸗ den ſehen, daß der Zufall Alles gethan hat.— Ich höre, Madame.— Als ich das letzte Mal, wo Sie mich ſo übel aufnahmen, Sie beſucht hatte, ging ich.. Sie erinnern ſich vielleicht noch deſſen... recht im


