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angenommen, deren Tapeten an mehreren Stellen mit Nägeln verſchlagen waren. Hierauf hatte er einen Tapezier des Viertels holen laſſen, blieb aber dieß Mal in ſeinen Anſprüchen ſehr beſcheiden: für nicht weiter als dreihundert Franken hatte er auf der Stelle ein Gelegenheitsmobiliar. Freilich ſtand es dem in der Straße Navarin weit zurück, doch hatte er im Grunde faſt Alles, was ein unverheiratheter Mann, der keine Soiréen zu geben im Sinne hat, braucht.
Als Adhemar von Bourdichon fort war, ſtürzte er wie ein Wahnwitziger in ſeine neue Wohnung. Er gab Poupoule, die ſich mit dem Pförtner unter⸗ hielt und ihm Licht anbot, keine Antwort; er fand ſich in einer Wohnung, wo er nicht wußte, wo oder
wie ſeine Möbel ſtanden, wo ihm Alles noch fremd.
war. Als er ſein Bett ſuchte, ſtieß er Tiſch und Seſſel um; endlich warf er ſich ganz angekleidet auf ſeine Pritſche und ſagte zu ſich:„Mein Gott! könnte ich doch ſchlafen! Ach! wie ſehr wünſchte ich doch, es wäre Morgen. Carleſia hätte ein Kind!... ach! ich kann es nicht glauben!... Mathilde iſt entweder im Irrthum, oder wollte ſie ſich an mir rächen da⸗ durch, daß ſie mich in dieſen Zuſtand der Verzweif⸗ lung ſtürzt!... Carleſia ſollte mir die Treue gebrochen haben. Doch was ſage ich? hatte ſie nicht das Recht dazu... habe ich ſie nicht ſelbſt ihrer Eide entbunden, kann ich ihr irgend einen Vorwurf machen! Und doch kann ich nicht glauben, daß Mathilde wahr geſprochen.“
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