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miene nicht beſſer als eine Andere iſt...— Warum, Madame? Sprechen Sie! Was bringt Sie auf dieſen Gedanken?— O, Sie thun, als verſtehen Sie mich nicht! Allein das Kind, das ſie bekommen hat, das ſie insgeheim erziehen läßt...— Ein Kind?“ rief Adhemar, wie vom Blitz getroffen;„ein Kind... ſie hat ein Kind!... O nein! das kann nicht ſein... Sie ſagen mir ein Mährchen! Nein, das kann nicht ſein!“
Mathilde, beſtürzt bei der Wirkung, die ihre ſo eben ausgeſprochene Bemerkung auf Adhemar her⸗ vorbrachte, erwiederte zitternd:„Ja, es iſt ſo! Und Sie wüßten nichts davon?— Sie hat ein Kind... aber wo denn? Wie erfuhren Sie es?... Ach! Ma⸗ dame, ich muß nothwendig den Beweis von Dem haben, was Sie mir ſo eben ſagten.— Sie ſollen ihn haben, mein Herr!— Und wann?— Morgen früh... ſeien Sie um neun Uhr am Eingang der Vorſtadt Saint⸗Antoine... ich will dann dort mit einem Gefährt zu Ihnen ſtoßen und Ihnen zeigen, daß ich Sie nicht belog.— Morgen um neun Uhr... es genügt, Madame, ich werde dort ſein, werde Sie erwarten.— Adhemar.. verlaſſen Sie mich auf ſolche Weiſe 2...“
Allein bereits war Adhemar weggegangen, ohne weiter hören zu wollen; er durchlief heftig den Saal, wo die Geſellſchaft war, nahm ſeinen Hut und rannte wie toll davon, ohne Bourdichon etwas zu erwiedern, der ihn zu einer Partie Bouillotte aufgefordert hatte. „Was iſt denn dieſen Abend an ihm?“ rief der


