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erführe, gewiß, Sie würden ſie nie mehr wieder hier ſehen... Herr Adhemar, wollen Sie die Güte haben, mir Ihren Arm bis auf mein Zimmer zu geben, denn ich fühle mich matt und will mich zu⸗ rückziehen.“
Die beiden jungen Leute ſchwiegen. Mathilde nahm den Arm Adhemars und ging mit ihm aus dem Salon; er beharrte in ſeinem Schweigen, denn er fühlte wohl, daß er ſich durch die Eiferſucht hatte fortreißen laſſen und ſich nicht zu entſchuldigen ver⸗ mochte. Als jedoch Mathilde auf ihrem Zimmer war, ſagte ſie zu ihm:„Sie ſind ein Ungeheuer, mein Herr! Ihr Benehmen gegen mich iſt nichtswürdig!... Die Leidenſchaft, die Sie für Madame Valmiran fühlen, läßt Sie alle Regeln der Schiicklichkeit ver⸗ geſſen... dieſe Leidenſchaft haben Sie heute nicht einmal mehr geheim zu halten geſucht... Nein, jetzt will ich dieſe Frau mit keinem Blicke mehr ſehen... mit unſerer Freundſchaft iſt es aus... ich kann ſie in Zukunft unmöglich mehr meine Freundin nennen... Dieſen Abend zerrießen Sie die letzten Bande, die uns verknüpften... Der Herr iſt raſend, daß Car⸗ leſia den Galanterien Herrn Monſignards Aufmerk⸗ ſamkeit ſchenkte... der Herr will ſich zum Ritter dieſer Dame, zum Paladin ihrer Tugend machen... Ihrer Tugend!... ha, hal ich muß Sie bedauern! — Was ſoll das heißen... was bedeuten dieſe Worte, Madame?“ fuhr Adhemar fort, der ſeine ganze Ener⸗ gie wiederkehren ſah.—„So viel ſoll es heißen, mein Herr, daß Madame Valmiran ſammt ihrer Heiligen⸗


