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aber ein Anderer wird Dich ſchon auf andere Gedan⸗ ken bringen.“
In dieſem Augenblick trat Adhemar in den Salon. Seine ſtets geſchmackvolle Kleidung war heute noch exacter, noch gewählter als gewöhnlich; ſein Geſicht jedoch war bleich und alle ſeine Züge waren entſtellt.
Beim Anblick Adhemars ſchauerte Mathilde zu⸗ ſammen und drückte ihrer Freundin heftig die Hand; Carleſia wechſelte die Farbe und ließ raſch die Hand Mathildens fahren; Monſignard ſchnitt ein ſehr aus⸗ drucksvolles Geſicht; die Uebrigen begrüßten Denjeni⸗ gen, der ſich ſo lange nicht mehr hatte ſehen laſſen, freundſchaftlich.
„Ei ſeht, der liebe Adhemar!— Wo Teufel kommt er her?— He, hel mein lieber Freund, wir ſind in's Waſſer geplumpt! Man darf es wohl ſagen!“ rief Bourdichon, indem er dem jungen Manne die Hand bot.„Was meinen Sie? Es iſt ein Unglück! — Bereits Alles vergeſſen,“ erwiederte Adhemar.— „Bravo! das nenne ich einmal Philoſophie haben,“ ſagte Dalbrun.—„Und Vermögen haben,“ fuhr Bourdichon fort.
Adhemar lenkte ſeine Schritte dahin, wo Mathilde ſaß; als er jedoch Carleſia neben ihr bemerkte, ſtand er verlegen ſtill und ſchien unſchlüſſig, ob er vor⸗ wärts gehen wolle. Er entſchied ſich gleichwohl dazu und begrüßte die zwei Damen mit etwas gezwunge⸗ nem Weſen; hierauf ſagte er, den Blick immer auf Carleſia geheftet, zu Mathilde:„Ich vernahm die Kunde von Ihrer Krankheit, Madame.. hätte ich


