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hat ſich mir noch keine Gelegenheit dargeboten.“— Die Ankunft mehrerer Perſonen gab dem Laufe des Geſprächs eine andere Wendung. Bald ſetzte ſich ein Theil zu einem Whiſt⸗ und Bouillotteſpiele nieder. Monſignard entzog ſich dießmal dem Spiele, weil er lieber mit den Damen, zumal mit Carleſia, der
er ſich beſtändig zu nähern ſuchte, plaudern wollte.
Carcaſſonne, vom Spieltiſch vertrieben, verſchanzte ſich mit ſeinem Kartenſpiel hinter ein Spiegeltiſch⸗ chen, wo er immer wieder das vergeſſene Kunſtſtück wegzubekommen ſuchte.
Mathilde ergriff einen Augenblick, wo man ſie nicht hören konnte, um ihrer Freundin in's Ohr zu ſagen:„Entſchieden, Herr Monſignard iſt ſehr ver⸗ liebt in Dich.— Meinſt Du?“ verſetzte Madame Valmiran ſehr gleichgültig.—„Hal das iſt merklich genug... zudem ſucht er es nicht zu verbergen.— Ich kann dieſem Herrn kein Hinderniß in den Weg legen, in mich verliebt zu ſein, wenn ihm das Vergnügen macht; nur möchte ich ihm rathen, die Sache nicht ernſthaft zu nehmen, er hätte verlorene Zeit.“
Die Stirne Mathildens umdüſterte ſich, ſie heftete ihre Blicke auf Carleſia und ſagte:„Du biſt recht kaltherzig, meine Liebe; Herr Monſignard iſt doch ein ſehr hübſcher Cavalier... er hat anſehnliches Vermögen... würde er um Dich freien, da Du doch noch für ein beſtändiges Wittwenleben zu jung biſt...— Gleichwohl werde ich für alle Zukunft ſo bleiben, wie ich jetzt bin..— O, ſo ſagſt Du jetzt...
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