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auch ſein abſchlägiger Beſcheid auf den Heirathsantrag 3 der Fräulein Sublimé, daß er nicht auf Geld ſieht./ Carleſia ſchien nachzudenken und erwiederte nichts; Mathilde fuhr fort:„Herr Bourdichon mußte ihm ſchreiben, daß ich ſehr krank geweſen ſei... je nun! Du ſiehſt... er zeigt ſich nicht!— Die Zeit der* Abendunterhaltung iſt ja noch nicht da... er kommt vielleicht noch..— Ach! wenn ich das hoffen könnte... — Ei, Carcaſſone, haſt Du Deine Karten bald zu⸗ rechtgelegt?“ ſagte Herr Bourdichon, vom Fenſter weggehend.„Was Teufel machſt Du denn dae Ich beſinne mich auf ein Kartenkunſtſtück! Frau,⸗ erinnerſt Du Dich des Kunſtſtücks nicht mehr?— Sie haben mir ja nie eines beigebracht, mein lieber Freund; legen Sie Ihre Karten, wie Sie wollen, und langweilen Sie mich nicht mit Ihren Kunſt⸗ ſtücken... die Karten wußte ich nie zu etwas Ande⸗ rem als zum Häuſerbauen zu verwenden; ich baute deren, die ſo hoch als dieß Zimmer waren.— Dazu brauchten Sie gewiß mehr als Ein Piket⸗ ſpiel?“ ſagte Dalbrun lachend.—„Eil ich hatte Karten genug! Im Hauſe meiner Eltern wurde viel geſpielt, ſo viel, daß man in der Küche zum Wär⸗ t men nur alte Karten nahm.— Man hat uns man⸗ ches Schöne von Oreſtes und Pylades, von Achilles und Patroklus erzählt,“ ſagte Monſignard, ſich den zwei auf dem Divan ſitzenden Damen nähernd,„allein ich zweifle, ob das Alterthum je eine erbaulichere Freundſchaft aufzuweiſen hat als die Ihrige, meine Damen.“


