72 ſehr gut! Und wenn Briefe an Sie kommen?— Es werden keine kommen. Zudem können Sie ſie ja einſtweilen aufbewahren; nach einiger Zeit will ich wieder vorbeikommen und nachfragen, ob einer da iſt.— Ah, ganz gut!... Der Herr verlaſſen das Haus, gerade jetzt, da wir eine Lorette weiter haben. Ich bin überzeugt, daß Ihre Wohnung nicht lange unbeſetzt bleiben wird. Ei, da kommt Ihr Tapezier, mein Herr.“
Adhemar ſagte zu dem Möbelhändler, die Um⸗ ſtände nöthigen ihn, Paris zu verlaſſen, er wünſche ſein Mobiliar wieder zu verkaufen und wende ſich aus dem Grunde an ihn, weil er ihm Alles geliefert habe und daher beſſer als irgendwer wiſſen müſſe, daß Alles neu, ſchön, gut und nach der Mode ſei.
Der Tapezier machte eine Grimaſſe und gab zur Antwort:„Nach der Mode, mein Herr? Es ſind ja bereits ſechs Monate, ſeit ich Ihnen dieſe Gegen⸗ ſtände lieferte.— Je nun! Wird denn die Form der Möbel zu Paris alle ſechs Monate eine andere?— Zuweilen noch bälder, mein Herr; und es iſt wirk⸗ lich erſtaunlich, wie ſchnell die Mode ſeit dieſem Winter gewechſelt hat... Man will keine Seſſel von dieſer Gattung mehr... zu den Schreibtiſchen wird ein anderes Holz genommen... auf den Kaminen hat man jetzt bronzene Kunſtarbeiten, die Bettſtellen haben nicht mehr dieſe Form...— Ich begreife, mein Herr, ich begreife!“ rief Adhemar ungeduldig.„Dieß Alles war trefflich, ganz geſchmackvoll, ganz zeit⸗ gemäß, als Sie es mir verkauften, allein jetzt, da


