69
abgeſchmackte Sache iſt.— Ich glaube, Sie haben die Liebe nie anders kennen gelernt!“ ſagte Adhemar, 3 ſich verächtlich abwendend.—„So? Meinen Sie?
Ich könnte Ihnen Manches hierauf erwiedern, allein es würde Sie nur langweilen und mich nicht minder. Ich will Sie lieber bitten, mir fünfzehnhundert Franken zu leihen, damit ich meine Schulden bezah⸗ len kann; Sie ſehen, die Summe iſt unbedeutend.“
Adhemar bedachte ſich keinen Augenblick; er ging an ſeinen Schreibtiſch, nahm die verlangte Summe heraus, und überreich Pepita zwei Bankbillete mit den Worten:„Hier, Madame! nehmen Sie... ich wünſche, dieſes Geld möchte Sie aus der Klemme befreien, in der Sie ſich befinden, und Ihnen die Zerſtreuungen verſchaffen, ohne welche Sie nicht leben können... allein ich bitte Sie, erinnern Sie ſich an Ihr Verſprechen; bringen Sie meinen Namen nie mehr über Ihre Lippen; vergeſſen Sie, daß Sie mich kannten, das iſt Alles, was ich von Ihnen verlange.“
Pepita nahm die Bankbillete, allein ſie ſchaute den jungen Mann auf eine ganz eigene Weiſe an und ſtammelte:„Ich ſoll vergeſſen, daß ich Sie kannte... das iſt Alles, was Sie von mir wün⸗ ſchen... Ich werde mein Möglichſtes thun, Ihnen nicht mehr beſchwerlich zu fallen... da ja meine Beſuche Ihnen ſo unangenehm ſind.“
Die Italienerin erhob ſich, that einige Schritte im Zimmer, ſtand dann ſtill, ſah ſich Adhemar'n ſcharf an, und ſagte:„Sie ſtanden alſo ganz und


