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67 Lippen preßten ſich zuſammen, ihre Augenbrauen zogen ſich in Falten und mit dem Ausdruck des Aergers rief ſie:„Sie dürfen übrigens überzeugt ſein, mein Herr, daß ich Sie nicht aufſuchte und daß mich nicht die Hoffnung nach Frankreich trieb, mit Ihnen wieder zuſammenzutreffen. Sie müſſen wiſſen, daß ich beinahe ſchon achtzehn Monate in Paris wohne. Man findet hier viel Vergnügen; jedoch ſind die Männer ſehr unbeſtändig!... Deſſen ungeachtet wäre ich recht gerne hier, wenn ich nicht ſo oft an meiner Geſundheit litte; die Aerzte be⸗ haupten, die Schuld liege an mir, weil ich zu viele Nächte durchwache und zu viel auf die Bälle gehe! Allein ich höre nicht auf ihre Reden. Das Ver⸗ gnügen iſt mein Götze, und ich glaube, ich würde vor Langeweile ſterben, wenn ich keine Unterhaltung mehr fände! Ich bin keine Freundin von Büchern, vom Lande; die Einſamkeit iſt mir verhaßt... ich muß immer Leute, Lärmen, Anbeter um mich haben... Frauen, die laut auflachen, und Männer, die Com⸗ plimente an mich richten. Sobald es damit zu Ende iſt, ſobald ich allein mit mir ſelbſt bin, werde ich unruhig, traurig; eine Anwandlung von Furcht ſcheint ſich dann bei mir einzuſtellen.“
Pepita vollendete ihre Erzählung mit einem Schmelz der Stimme, welchen ſie beim Beginn derſelben nicht gehabt hatte. Es war eine Frau, welche einzuſehen ſchien, daß ſie über einem, ihr den unvermeidlichen Untergang drohenden Abgrund ſchwebe, die aber nicht die Kraft hat, den Rückzug zu verſuchen.


