65 Möbeln zu verkaufen gedachte, und öffnete; allein er wurde bleich und ein Zittern befiel ihn, als er die junge Italienerin vor ſich ſah, die er Tags zuvor wieder erkannt hatte.
Dieſe Perſon, die in Paris den Namen Madame Folicourt angenommen hatte, während ihr eigent⸗ licher Pepita war, war in einen großen, weißen, ſehr ſchlecht um ihren Leib befeſtigten Pudermantel gehüllt; eine Haube von kirſchrother Farbe bedeckte ihren Kopf faſt ganz, während die langen Flechten ihrer ſchwarzen Haare unordentlich auf ihren Hals und ihre Schultern fielen. In dieſem einfachen Anzug war die junge Italienerin viel verführeriſcher als Tags zuvor in dem Putze einer eleganten Lorette.
Ohne bei dem Eindruck, den ihre Erſcheinung auf Adhemar machte, eine Bewegnng zu erkennen zu geben, trat ſie in's Zimmer, warf ſich auf einen Divan und ſagte:„Ich wußte wohl, daß Sie end⸗ lich kommen würden... Ich hörte Sie vorhin die Thüre öffnen und bin nun hier, weil ich durchaus mit Ihnen zu ſprechen wünſchte. War ich vielleicht die Veranlaſſung Ihrer geſtrigen Flucht, mein Herr? — Ja, Madame,“ verſetzte Adhemar, indem er verſuchte, etwas ruhiger zu erſcheinen.—„Mein Anblick iſt Ihnen alſo zuwider? Es war eine Dame da, die recht ſehr in Aerger gerieth... ſie konnte durchaus nicht glauben, daß Sie ausgegangen ſeien.. ſie ſchoß Blitze mit ihren Augen auf mich... ha, hal — Haben Sie vielleicht erwähnt, daß Sie mich
Paul de Kock. XXXIX. 5


