13 8* Tuch an die Augen hielt.„Wenn Sie wüßten... wie ſehr ich... zu beklagen bin!— Sie ſehen ſelbſt, daß Sie etwas haben... ein Geheimniß... ein Geheimniß für mich haben! während ich für Sie keines hatte.“
Carleſia ſuchte ſich wieder zu bezwingen; ſie ant⸗ wortete:„Ich habe keinen andern Kummer, als daß ich bis in dieſe Jahre meines Alters getreten bin... ohne daß ich im Stande geweſen wäre, dieſe Liebe ... die man für Sie fühlt... einzuflößen... denn Sie ſind geliebt... er betet Sie an... er, dem Sie Alles aufgeopfert haben... betet Sie an; ach! mich dünkt, Sie ſollten ſich glücklich fühlen.— Ja, ich werde es ſein, wofern er mich immer liebt... wo⸗ fern ich ſicher ſein kann, daß er keine Andere liebt. Je nun, ich ſehe, Sie haben Ihren feſten Entſchluß gefaßt! ja, Sie haben einen ſehr zurückhaltenden Charakter! ich will Sie nun verlaſſen... ich will wieder nach Hauſe, leben Sie wohl!— Sie wollen ſchon gehen?— Allerdings.,
Mathilde machte einige Schritte gegen die Thüre, während Carleſia ihr mit auf die Bruſt geſenktem Haupte folgte; in dem Augenblick aber, als ſie aus dem Zimmer gehen wollte, ſtand Mathilde noch ein⸗ mal ſtill, ſah ihre Freundin an und bemerkte, daß ihre Augen in Thränen ſchwammen. Sie trat jetzt wieder auf ſie zu, ergriff zuerſt ihre H d, dann ſtreckte ſie die Arme aus und umarmte ſe nn wieder⸗ holten Malen, indem ſie ſagte:„Du liebſt mich alſo nicht mehr? Du läßt mich gehen, ohne mich zu um⸗


