Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
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als ſie ſich wiederſahen, ſeine darauffolgende Trau⸗ rigkeit, ſeine Furcht, ich möchte Ihnen von unſerer Verbindung etwas ſagen, o, es war zu augen⸗ ſcheinlich! Carleſia, warum mir ein Geheimniß aus dem machen, was zwiſchen Ihnen und ihm vorging? Sie haben ihn geliebt, das redet mir Niemand aus! Vielleicht lieben Sie ihn noch, vielleicht liebt er Sie immer! Nun gut! ſo ſagen Sie es mir doch, ſagen Sie es mir, auf daß ich Sie hinfort mit meinem Anblick verſchone, daß ich ihn fliehe, daß ich allein weine... allein, und daß es vor Ihren Augen nicht mehr geſchehe.

Große Thränen entſtrömten den Augen Mathil⸗ dens, die das Geſicht mit ihrem Taſchentuche be⸗ deckte. Carleſia war bewegt, auch ſie vergoß Thränen und ſuchte ſie vergeblich zurückzuhalten: es war, als ob ein großer Kampf in ihrem Innerſten ſtattfinde. Endlich erwiederte ſie:Nein, Mathilde, nein! Ihre Befürchtungen ſind ohne Grund, ſeien Sie nicht eifer⸗ ſüchtig auf mich. O, Sie haben ſehr Unrecht, es zu ſein! Herr Adhemar liebt mich nicht, ſeien Sie deſſen verſichert, und ich, o nicht die geringſte Liebe fühle ich für ihn. Noch einmal, Mathilde, glauben Sie mir auf mein Wort, ich werde den, den Sie lieben, nie mehr ſehen, Sie dürfen in Betracht meiner nicht die geringſte Eiferſucht hegen.n Alſo doch! Sie haben ihn gekannt? fuhr Mathilde nach einer Weile fort.In der That, ich erinnere mich, daß er auf Reiſen, daß er in Italien war; ſind Sie vielleicht dort mit ihm zuſammengetroffen?