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rathen können, was Sie mir anvertrauten... ich... doch, Sie dürfen außer Sorge ſein, ich werde Ihr Zutrauen nie mißbrauchen... Ihr Geheimniß wird mit mir ſterben!— Gewiß, ich halte Sie nicht für fähig, die Verrätherin an mir zu machen, nichts⸗ deſtoweniger reut es mich, Ihnen Alles geſagt zu haben. Ach! er hatte wohl Recht, mir zu verbieten, Ihnen von unſerer Liebe etwas zu vertrauen!... aber es war zu ſpät!— Wie? er hätte es Ihnen verboten?— So? Sie wiſſen alſo, von wem ich reden wollte?“
Carleſia wurde noch bleicher, ſie ſtotterte:„Es ſcheint mir... nach dem, was Sie mir geſagt haben .. iſt es gar nicht ſchwer zu errathen...— O ja! für Sie mag dieß durchaus nicht ſchwer ſein... allein wer weiß... auch für mich wird es vielleicht nicht ſchwer ſein, hinter das Geheimniß... hinter das Geheimniß, das man mir verbergen will, zu kommen.“
Mathilde lächelte mit einer kummervollen Miene und ſchwieg eine Weile; bald jedoch, wie wenn ſie nicht mehr die Kraft gehabt hätte, an ſich zu halten, rief ſie:„Nein, jetzt kann ich nicht mehr ſchweigen! ich muß reden, denn es drückt mich nieder, es ſetzt mich in Flammen; ich muß Ihnen alle Qualen, die ich empfinde, alle Beängſtigungen, die ſeit geſtern mein Herz zerreißen, frei bekennen. Carleſia, ſeit geſtern haben Sie ihn geſehen, ſeit geſtern wiſſen Sie, daß ich Adhemar liebe, ſeit dieſer Zeit iſt Ihr Benehmen ein anderes gegen mich. Sie kennen Ad⸗ hemar, o, Sie kennen ihn; Ihre beiderſeitige Unruhe,
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