Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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Herz eine unbeſtimmte Unruhe, ihre Blicke richteten ſich abwechslungsweiſe auf ihre Freundin und auf ihren Geliebten, doch jedesmal that ſie es ſo, daß es nicht allzu auffallend war.

Frau Valmiran, welche ſo viel Selbſtbeherrſchung zu haben ſchien, um ihre Bewegungen im Zaum zu halten, ſetzte ſich jetzt an ein Piano und fand ſich an der Seite der Frau Carcaſſonne, die ſich beeilte, ein Geſpräch mit ihr anzuknüpfen. Nichts konnte in dieſem Augenblick Carleſia lieber ſein, auch gab ſie ſich die Miene, mit viel Aufmerkſamkeit auf Das zu hören, was ihr die kleine Dame ſagte, und dieſe be⸗ nützte die Gelegenheit, ihre Münchhauſiaden auf ſie loszulaſſen.

Adhemar ging an ein anderes Ende des Saales; Bourdichon ſprach ſchon lange mit ihm, ohne daß er darauf hörte. Der Gatte Mathildens rief endlich: Wahrhaftig, mein lieber Freund, ich weiß nicht, was Sie dieſen Abend haben; Sie ſind ganz zer⸗ ſtreut... ich ſpreche mit Ihnen von der Familie Sublimé und Sie antworten mir, daß das Theater⸗ ſtück kein Geld eintragen werde; ich frage Sie, was Sie von Fräulein Idalia halten und Sie ſagen mir, man ſollte mehr Abſchnitte machen. Es bleibt dabei⸗ ich werde dieſen Abend nicht mehr mit Ihnen reden ... Sie ſind mit Ihren Gedanken nicht hier... ich rathe Ihnen, heute nicht zu ſpielen, Sie würden die Damen für Könige nehmen. O doch! im Gegen⸗ theil, ich werde mit Vergnügen ſpielen... ich habe ſehr ſtarkes Kopfweh. Haben Sie das, ſeit Sie