Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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irre, eine Wittwe. Eine Wittwe von fünfund⸗ zwanzig Jahren. Hübſch? Sie war reizend, ſie war ſogar eine auffallende Schönheit. Sie hat Kummer gehabt, denn ſie iſt ſehr verändert. Gleich⸗ wohl ſieht ſie noch recht gut aus. Hat ſie Ver⸗ mögen? Zwanzigtauſend Francs Renten. Zwan⸗ zigtauſend Francs?... eine Wittwe von fünfund⸗ zwanzig Jahren, hübſch... Teufel! das würde für Adhemar noch beſſer paſſen, als Fräulein Idalia.

Mathilde fühlte ſich abermals das Blut in die Wangen ſteigen, und konnte nicht umhin, auszurufen, indem ſie zu lachen verſuchte:Ach Gott, mein Lieber, Sie ſind heute ſchrecklich mit Ihren Heirathsgedanken! Uebrigens glaube ich nicht, daß meine Freundin ſo ſehr eilen wird, wieder ihre Freiheit zu verlieren. Damit verließ Mathilde eilend das Kabinet ihres Gatten und ging wieder auf ibr Zimmer zurück. Das, was Bourdichon ihr ſo eben geſagt, hatte ihr weh gethan, ihr Herz kam in peinliche Spannung dadurch.Ach! von Carleſia habe ich nichts zu fürch⸗ ten, ſagte ſie zu ſich;ich bin jetzt recht froh, ihr mein Geheimniß anvertraut zu haben... da ſie nun weiß, daß ich Adhemar liebe, ſo kann ſie nicht daran denken, ihn auch zu lieben... und überdieß bin ich es ja, die er liebt... er wird ſich nicht mit ihr ab⸗ geben... wie närriſch bin ich doch, ſolche Gedanken zu haben... was fiel aber auch Herrn Bourdichon ein, mir ſolches Zeug zu ſagen? Man hätte glauben mögen, er thue es ausdrücklich, um mir das Herz zu brechen.