Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

88

Mathilde und ich werden uns, wie ich hoffe, öfters ſehen... ſprechen Sie mit ihr, ich will einige Be⸗ ſuche machen.— Wie? Du verläſſeſt mich!“ rief Mathilde, ihrer Freundin nacheilend.—„Aber, Ma⸗

dame, wir können recht wohl vor Ihnen von der

Sache reden,“ ſagte Frau Sublimé.„Bleiben Sie doch... das, was wir uns zu ſagen haben, wird, wie ich hoffe, bald offenkundig ſein.— Da ich erſt dieſen Morgen zu Paris ankam,“ ſagte Carleſia,„ſo habe ich Vieles zu beſorgen... ich werde wieder kommen, meine theure Mathilde! Du wirſt mich Deinem Gatten melden, denn Du weißt, daß wir den Abend mit einander zubringen.— Ich zähle ſehr darauf, ſonſt würd' ich Dich auch nicht fortgehen laſſen.“

Zugleich flüſterte Mathilde ihrer Freundin ganz leiſe in's Ohr:„Wie verdrießlich, nicht einmal frei auf ſeinem Zimmer zu ſein... und gerade, da Du mir Deine Leiden, Deine Geheimniſſe erzählen woll⸗ teſt.— Das ſoll morgen geſchehen... Du wirſt zu mir kommen, und dort wenigſtens wird uns Nie⸗ mand ſtören... Geh', meine arme Mathyilde, gehe und widme Dich Deiner Geſellſchaft... Ach, wenn er es geweſen wäre! er wäre Dir gewiß nicht un⸗ geſchickt gekommen.— O nein.. aber Du wirſt ihn dieſen Abend ſehen.“

Carleſia umarmte ihre Freundin und entfernte ſich. Mathilde kehrte zu der Familie Sublimé zurück, die ſich nun Alle in ihrem Zimmer geſetzt hatten. „Eine herrliche Frau!“ ſagte Frau Sublimé, nach⸗

——

—