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ziehen wünſche... ich ſprach ihr ja von der Navarin⸗ ſtraße. Das wäre prächtig, wenn ich hier eine Woh⸗ nung fände.“
Adhemar trat in's Haus und erkundigte ſich beim Schließer, der ihm antwortete:„Zwei hübſche Zim⸗ mer und ein Kabinet im dritten Stock mit einem kleinen Schlupfgang beim Eintritt... ganz friſch ge⸗ malt, mit Veloutés⸗Papieren und Bildhauerarbeiten an der Decke! Es iſt Alles ein Spiegel.— Und der Preis?— Fünfhundert Franken... ſo viel wie nichts; der Herr können ſehen, in wie gutem Zuſtande das Haus iſt... und dann zwei Loretten zu Miethfrauen... Der Herr wiſſen, was das heißen will... Griſetten von der vornehmen Gattung! von der hohen Num⸗ mer! Man hat dieſe Damen ſehr gerne in dieſem Viertel hier. So oft Herren in ein Haus ziehen wollen, iſt allemal die erſte Frage: Haben Sie Loretten? Wenn Sie keine haben, ſo ziehe ich nicht ein.“
Adhemar, dem es wenig um die Loretten als Zimmernachbarinnen zu thun war, fand, daß die
Wohnung nicht allzu wohlfeil ſei; gleichwohl ſtieg er hinauf, ſie zu ſehen. Der Schließer hatte ihn nicht getäuſcht: Alles war neu, Alles geſchmackvoll ver⸗ ziert, die Wohnung hatte etwas Elegantes, etwas Kokettes, was ſogleich einnahm. Adhemar konnte der Verſuchung nicht widerſtehen; überdieß wollte er eine Wohnung noch für dieſen Tag, und er hatte keine Zeit zu verlieren; nachdem er Alles beſichtigt hatte, rief er:„Kann man ſogleich einziehen?— Ach, mein
Gott! ſobald der Herr nur immer will.— Das iſt


