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Frauen ſind ſchrecklich; aus Furcht, man möchte auf 3
ſich warten laſſen, geben ſie immer eine Stunde früher an... um halb ſieben Uhr?— Es ſei!“
Adhemar verabſchiedete ſich. Frau Bourdichom ver⸗ beugte ſich anmuthig gegen ihn, ihr Gatte begleitete ihn bis an die Thüre und der junge Mann entfernte ſich, nicht ohne ſich darüber zu wundern, mit wel⸗ cher Geſchicklichkeit die Frauen ihre Sachen einzu⸗ richten wiſſen, ſo daß Alles ſo kommt, wie ſie es wünſchen.
„Wohin geht's, mein Bürger?“ fragte der Kut⸗ ſcher Adhemar, der, aus dem Hauſe Bourdichons tre⸗ tend, wieder in das Cabriolet ſtieg.—„Wohin wir fahren? Ach! richtig... Bei Gott, das weiß ich ſelbſt nicht!... Wir wollen uns nach einem Logis umſehen.— Ein Logis, das iſt nicht ſchwer zu finden... Halten Sie, dort unten iſt ein Zettel angeſchlagen.— Das iſt aber nicht das Stadtviertel, wo ich eines wünſchte.. Führe mich in die Navarinſtraße.— O, in's Lo⸗ rettenviertel! Sogleich, Bürger.“
Man kam in die Straße Navarin. Adhemar ſah ſich nach Anſchlagzetteln um: er bemerkte einige, ſtieg aus und forſchte nach; es waren jedoch Miethwoh⸗ nungen um zwölfhundert Franken. Er wollte eben wieder in ſein Cabriolet ſteigen, als er endlich an der Thüre eines neuen Hauſes die Worte las: Ein hübſches Zimmer für einen ledigen Herrn, ſogleich zu vermiethen.
„Sogleich! Da haben wir, was wir brauchen!“ ſagte Adhemar zu ſich,„weil ich es ſofort zu be⸗
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