Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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vom geſtrigen Tage und ſagte zu ſich:Ich ſollte daran gewöhnt ſein!... Wie oft war ich nicht ſchon in meinem Leben in dieſer Lage, und doch macht dieß immer eine gleich ſtarke Wirkung auf mich. Meine Wünſche, meine Befürchtungen, meine Hoffnungen ſind äußerſt lebhaft... d'rum habe ich, auch alle Frauen, mit denen ich bekannt wurde, geliebt... und jedes Mal, wenn ich eine neue Leidenſchaft in mir entſtehen ſah, ſchien es mir, daß ſie ſtärker ſei als die frühere. Iſt es ein Unglück, eine ſolche Natur zu haben! Iſt es nicht beſſer, als für die Liebe abgeſtumpft zu ſein, wie ſo viele junge Leute, die im Alter von fünfundzwanzig Jahren an nichts mehr einen Glauben haben.

Der Anblick einer Dame von Mathildens Figur, die eilig dem Orte zulief, wo ſich Adhemar befand, machte den Betrachtungen unſeres Verliebten ein Ende. Er lief dieſer Dame einige Schritte entgegen. Ein Hut, von welchem ein Halbſchleier herunterſiel, ver⸗ barg einen Theil ihres Geſichtes, aber an ihrer Hal⸗ tung, an ihrer Eleganz und zumal an der Eile ihrer Schritte erkannte Adhemar Mathilde, und dießmal täuſchte er ſich nicht.

Frau Bourdichon war lebhaft bewegt, ſie zitterte. Kaum konnte ſie reden, als ſie Adhemar bemerkte, der ihr mit den Worten entgegen ging:Sind Sie endlich hier? Ach, ich fing an zu verzweifeln! Jal... ich ließ lange auf mich warten, nicht wahr? Es iſt aber nicht mein gehler... ich weiß nicht, was ich habe... je näh kam, je mehr befiel mich ein Zittern... kaut