Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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6 Bäume mit dieſem eiſigen und glänzenden Schnee bedeckt, welcher im Strahl der Sonne funkelt und der Landſchaft einen Anblick gewährt, der auch ſeinen Reiz hat. Es iſt ein winterlicher Schmuck; die Natur hat zu allen Jahreszeiten ihr Schönes.

Wenn ſie nicht käme! ſagte Adhemar, auf ſeine Uhr ſehend.Ach! wie närriſch bin ich doch mit dieſer Frau... es iſt entſchieden, ich werde keine Andere mehr lieben... ich werde ganz in der Stille mit Emmeline brechen. Sie iſt ſo eiferſüchtig, ſo an⸗ ſpruchsvoll!... Wenn ich ihr einigen Anlaß gebe, wird ſie es zuerſt thun... und ich werde dann Ma⸗

thilden ganz angehören. O jal... aber... vorher

muß ſie kommen.. ſich mir überlaſſen... wenn ſie nichts als eine Kokette wäre... wenn ſie mit mir nur ein loſes Spiel treiben wollte... ich glaube, ich würde vor Kummer ſterben. Es iſt ſonderbar, wie dieſe Liebe ſo ſchnell kam... Geſtern dachte ich nicht von ferne an Mathilde... aber wo hatte ich denn meine Augen! Ach, es bedurfte nur einer Gelegen⸗ heit... ich bin gewiß, daß in der Tiefe unſeres Herzens eine Menge Empfindungen ruhen, die aus Mangel an Gelegenheit nicht hervorgerufen werden.

So oft ſich eine Frau in der Ferne zeigte, zitterte Adhemar vor Vergnügen und ſtrengte ſich an, die erwartete Perſon zu erkennen; da er ein kurzes Ge⸗ ſicht hatte, ſo dauerte ſeine Ungewißheit und ſeine Hoffnung ſo lange, bis ſie nahe genug bei ihm war, um ihn zu enttäuſchen; dann äber wurde er ärger⸗

lich, zornig; er erinnerte ſich ſeines Schildwacheſtehens