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Sie...o, damit hat es eine ganz andere Bewandt⸗ niß... Wenn Sie mich nicht mitnehmen, ſo werde ich Ihnen folgen und ich werde wohl merken, ob
Sie mich täuſchen.— Wohlan, meine beſte Freun⸗
din, beruhigen Sie ſich; Sie ſind ſo eben unwohl
geworden; der Auftritt dieſen Morgen mußte auch
Ihre Gedanken in Unordnung bringen. Sie bedütfen der Ruhe; verſuchen Sie zu ſchlafen, d is wird Ihnen gut thun.— So! Schlafen ſoll ich? O nein! Ich werde vielmehr weinen, bis Sie wieder zurückgekehrt ſind.— Das wäre in der That geiſtreich! Mein⸗ Gott! es gibt doch keine vernünftige Frau!— Nun, ſo ärgern Sie ſich nur nicht; ich will vernünftig
ſein; ich werde nicht ſchlafen, aber ich werde an
Sie denken. Ich werde zu mir ſagen: ich bin bei
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ihm, mit ihm, er wird bald zurückkommen; künftig werden wir uns nie mehr werlaſſen und ich werde
mich ſehr glücklich fühlen.“
Adhemar antwortete nichts. Er beeilte ſich, ſeine Toilette vollends zu machen, nahm ſeine Anwei⸗ ſung aus ſeinem Schreibtiſche, legte ſie mit einem
Seufzer in ſeine Brieftaſche, dann ſah er auf die
Uhr: in einigen Minuten war es zwölf... er hatte keine Zeit zu verlieren. Er umarmte Emmeline, deren Augen ihm aufmerkſam gefolgt waren, und die keine
ſeiner Bewegungen im Zimmer aus der Acht ge⸗
laſſen hatte. 1 „Adieu, meine beſte Freundin,— Adieu. O! das iſt mir ſehr unangenehm, daß Sie gehen.— Ich
ſagte Ihnen, daß ich es nicht anders machen kann.


