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Unter ſolchen Geſprächen hatte ſich Emmeline halb aufgerichtet, und ſuchte ihren Buſen zu bedecken, Adhemar jedoch lief zu ihr hin und ſagte in einem ſehr zärtlichen Tone zu ihr:„Meine theure Emme⸗ line, ich muß zu meinem Wechſelagenten, denn ich habe keinen Sous mehr hier... ich habe geſtern, was ich noch hatte, im Spiel verloren und ich muß Geld haben; es mangelt mir ſogar dieſen Morgen ſchon: Sie wiſſen wohl, daß man ohne Geld nicht leben kann. Ueberdieß habe ich eine Spielſchuld zu berichtigen und dieß muß binnen vierundzwanzig Stunden bezahlt ſein.“
„Ach, wie häßlich iſt es doch, zu ſpielen... Wie viel haben Sie verloren?— Es iſt jetzt ſchon ſo... aber Sie ſehen wohl ein, daß ich jetzt ausgehen muß und daß ich Sie nicht mitnehmen kann.— Sehr beluſtigend! Aber wenigſtens werden Sie nicht lange ausbleiben.— Ich werde mich beeilen... Ich habe noch einen oder zwei Gänge dieſen Morgen zu machen ... ich werde nicht lange ausbleiben.— Einen oder zwei Gänge... und wohin! zu wem! warum!— Mein Gott, theure Emmeline! das würde zu lange dauern, es Ihnen auseinander zu ſetzen. Kann ich denn nicht einen Schritt thun, ohne daß Sie mich fragen, wohin ich gehe! Haben Sie nicht ſo viel Zutrauen zu mir, um ruhig zu ſein? O nein,
ich habe gar wenig; erſtens muß ich Ihnen ſagen, daß ich ſehr eiferſüchtig auf die Leute bin, die ich liebe. Reginald ging den ganzen Tag aus... das war mir ſehr gleichgültig, ich liebte ihn nicht; aber
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