——
125
dagegen erbleichte und zitterte, es ſchien ihr ein Uebel⸗ befinden ankommen zu wollen, und ſie ſtotterte fort⸗ während:„Ach, mein Gott! das iſt er! Ach, zuver⸗ läßig iſt er es!— Was denn, meine theure Freundin! und wer denn?— Reginald! Er wird mir gefolgt
ſein, wird mir aufgepaßt haben. O, mein Freund!
ich bin verloren! Er wird mich tödten! Er wird auch Dich tödten!— Habe doch keine Furcht! Tödtet man denn die Leute auf ſolche Art? Für's Erſte ſei ver⸗ ſichert, daß ich ihn zum Fenſter hinauswerfen werde, bevor er noch Hand an Dich legt. Sodann, was hätte er für ein Recht dazu? Es iſt nicht Dein Mann, nach Allem— O, das iſt einerlei! Oeffne nicht, ich bitte Dich!— Doch, ich will öffnen, denn ich glaube nicht, daß es Reginald iſt.— Ach, verſtecke mich doch! O, verſtecke mich doch!“
Emmeline, erſchrocken und überzeugt, daß es ihr eiferſüchtiger Mann ſeie, der an der Thüre poche, lief wie toll im Zimmer hin und her; ſie öffnete die Schränke, die Schubladen, die Möbel, um ein Ver⸗ ſteck zu finden, und als ſie nicht dahin kommen konnte, ergoß ſie ſich in Klagen und Jammertönen. Während dieſer Zeit fuhr man fort zu klopfen, dabei wurde die Glocke heftig gezogen. Emmelinens Schreck wurde mit jeder Minute überwältigender, und in der Er⸗ manglung eines andern Verſtecks warf ſie ſich endlich in das Bett Adhemars, ſteckte ſich haſtig unter die Bettdecken und Kiſſen, rief ihm zu, alle ſeine Ball⸗ kleider und ſelbſt ſeine Sophapfühle auf ſie zu werfen, ſo daß ſie am Ende auf eine Art darunter begraben


