Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
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Sechstes Kapitel. Zwei Damen, die es friert.

Adhemar, ob er gleich ſehr ermüdet war, hatte ſehr ſchlecht geſchlafen; man kommt nicht leicht zum Genuß eines ruhigen Schlummers, wenn eine neue Leidenſchaft in uns wogt, wenn eine Maſſe Erinne⸗ rungen und Hoffnungen in unſerm Kopfe ſich drängen. In ſolchen Fällen werden Einem die Stunden lang, man wünſcht den Lauf der Zeit beſchleunigen zu können; das beſte Mittel hierzu würde freilich der Schlummer abgeben, aber dieß ſchlägt dann gerade nicht an.

Die Liebesgedanken und die vergnüglichen Träume, in welche ſich der junge Mann gewiegt hatte, wech⸗ ſelten jedoch manchmal mit weniger angenehmen Be⸗ trachtungen, welche ſich gleichſam wie dunkle Schatten inmitten des Gemäldes warfen.

„Ich habe ſieben Napoleons, die ich bei mir hatte, verloren,“ ſagte Adhemar zu ſich,„und fünfundſechszig bin ich Bourdichon ſchuldig... beinahe fünfzehnhun⸗ dert Franken verſpielt... in meiner Lage will das nicht wenig heißen. Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr zu ſpielen; konnte ich es aber geſtern anders machen? Nein, es war unmöglich! Ich habe keinen Sous mehr im Hauſe... Morgen muß ich Geld haben .. man kann zu einem Rendezvous nicht mit lec Taſche kommen... ich will morgen früh zu meinem Wechſelagenten gehen, ein Kapital von hundert Franken Rente aufzukündigen. Damit gedenke ich Bourdichon zu bezahlen und mehr als ſechszig Franken werden