aber ich hätte es nicht vermuthet...— Was denn? — Daß... daß...— So endige doch... Was iſt Dich angekommen, daß Du plötzlich eine andere Miene zeigſt?— Ich eine andere Miene?— Mein Gott! Du willſt behaupten, daß Du gegenwärtig nichts habeſt! kenne ich Dich ſo ſchlecht? So eben waren Sie noch ganz heiter, Sie dachten an nichts Anderes, als zu reden und ſelbſt Poſſen zu machen, und kaum hält uns jener Mann mit dem Tragkorb die Laterne unter die Naſe, ſo wechſeln Sie die Rolle, wie im Theater. Kennen Sie vielleicht die⸗ ſen Menſchen?— O, das iſt wirklich ausnehmend
luſtig! Warum ſagen Sie nicht lieber gar, daß er
einer meiner Freunde, ja einer meiner Verwandten iſt? V— Mein Gott, Adhemar, wie ſind Sie ſo ſonderbar! Man kennt Ihre Familie, mein Herr; man weiß,
daß Sie angeſehene Eltern gehabt haben; man weiß auch, daß Sie ein Mann von zu guten Sitten ſind, als daß Sie mit Leuten Umgang haben ſollten, wel⸗ cher Sie ſich ſchämen müßten. Ich kann mir nicht vorſtellen, daß ein Lumpenſammler Ihr Freund ſein ſollte; doch, könnte dieſer Menſch wohl nicht in einer
andern Lage geweſen ſein, ehe er zu dieſem ärm⸗ V lichen Gewerbe ſchritt? Zu Paris erlebt man noch
viel außerordentlichere Dinge. Reginald zeigte mir
letzthin eine Frau, welche Stecknadeln verkauft, um nicht als Bettlerin angeſehen zu werden; vor zehn 1 Jahren ſtand ihr noch ein Wagen zu Befehl.— Sie haben Recht, Emmeline! Es treten oft die bitterſten Wechſelfälle in der Lebenslage von Leuten ein, welche


