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wache ſtehe, pfui, das wäre ſchändlich! Und doch, warum ſollte ſie mich nicht hintergehen? Hintergeht ſie doch ihn allerſchönſtens; ihn, aber mich? das kann nicht ſein! Sie liebt mich; liebte ſie mich nicht, was hätte ſie dann für einen Grund, ſich der Gefahr auszuſetzen, mich zu ſprechen? Aber ach, die Frauen ſind ſo gefallſüchtig!... Fort denn, ſie wird nicht kommen!“
Damit ſchaute der junge Mann von Neuem um ſich: ſeine Blicke liefen an all den Lichtern auf und nieder, welche an den Fenſtern der bewohnten Ge⸗ mächer bemerkbar waren, und er ſagte mit einem Seufzer:„Ich will wetten, in all dieſen Zimmern, wo ich Licht ſehe, iſt die Liebe die Geſellſchafterin der Meiſten, die dort wohnen! Die jungen Arbei⸗ terinnen denken an ihren Geliebten bei Beendigung ihres Tagewerks; die Einen werden ihn Sonntags ſprechen, die Andern werden ſich heute Abend wieder mit ihm zuſammenfinden. Die Tochter jenes ehrlichen Bürgers iſt in Gedanken mit ihrem Herzgeliebten beſchäftigt, während ſie Tapeten unter den Augen ihrer Eltern macht. Dort in einem neueingerichteten Hausweſen verſchwenden junge Eheleute die zärtlich⸗ ſten Liebkoſungen gegen einander; bei andern, deren Liebe zu Ende, ſind es geheime Liebeshändel, womit ſich Mann und Frau beſchäftigen; dort zählt eine
eiferſüchtige Frau die Stunden, bis ihr Mann nach
Hauſe kommtz dort in jenem kleinen, von einer Gri⸗ ſette bewohnten Dachſtübchen regiert Amors Scepter einen jungen Studenten, Alle dieſe Plätzchen ſind


