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Zehnmal ſchreie ich: Achtung, und er rührt ſich nicht von der Stelle! Iſt nicht genug Platz auf beiden Seiten? Könnt Ihr die Mitte nicht den Fuhrleuten laſſen? Seid Ihr betrunken, ſo iſt dieß freilich ein verſchiedener Caſus. Meinetwegen, ich ſagte Euch das Nöthige!“ Der, an den dieſe Worte gerichtet waren, fand nicht für nöthig, dem Fuhrmann zu antworten; er „ging auf die Seite, ließ das Fuhrwerk vorbeifahren, ſah dann auf ſeine Uhr und murmelte:„Halb acht Uhr! Bereits eine halbe Stunde gewartet, das iſt lange, zumal bei ſolchem Wetter. Tibullus ſagte: OQuam juvat immites ventos andire cubantem!... Et dominam tenero detinuisse sinu!* Aber das iſt wahrhaftig kein Vergnügen, der Stürme unge⸗ ſtümes Toben zu hören und vom Regen durchnäßt zu werden, wenn man die Geliebte erwartet. Es iſt entſchieden, ſie wird nicht mehr kommen! Und warum — kommt ſie nicht? Sie weiß doch, daß ich ſie erwarte. Aber ihr Herr Gemahl iſt vielleicht nicht ausgegangen und ſie muß auch zu Hauſe bleiben. Mich dünkt, es hätte mir dieſen Abend viel Vergnügen gewährt, ſie zu ſprechen. Es pflegt mir immer ſo zu gehen: wenn ſie nicht erſcheint, ſo werde ich unruhig, eiferſüchtig, ich fürchte dann, ſie möchte mich einem Andern nach⸗ ſetzen und dann bin ich ſterblich in ſie verliebt! Wenn Einer, die Abweſenheit Reginalds benutzend, bei ihr müäre, während ich hier unter freiem Himmel Schild⸗
. Wel Vergnügen, im Bette der Winde Brauſen zu hören, Und der weichen Bruſt ſeiner Geliebten zu ruh'n!


