Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
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ſetzt, welcher der Liebe ähnelt, und das Ende vom Lied iſt, daß man ſich überredet, wirklich verliebt zu ſein Ich gebe Emmelinen ein Stelldichein, ſie kommt und ich bin Knall und Fall ihr Liebhaber. Drei Monate iſt's, daß dieß Verhältniß dauert, und es wäre wohl bereits wieder zu Ende, wenn wir uns leichter hätten ſehen und ſprechen können; aber Vorſichtsmaßregeln, geheime Machinationen ſind an⸗ zuwenden nöthig, und Hinderniſſe ſind, wie bekannt, der erſte Brennſtoff der Liebe. Zu Allem hin ver⸗ dient es dieſer Herr Reginald nicht beſſer, eine ſo liebenswürdige Frau hintanzuſetzen! Ich ſage dieß, und an ſeiner Stelle hätte ich es vielleicht kein Haar beſſer als er gemacht! Wenn wir doch wenigſtens den Vortheil aus den Fehlern Anderer zögen, daß wir dieſelben nicht mehr begingen! Nein, es iſt nicht meine Sache, mich zum Richter meines Nebenmenſchen aufzuwerfen!l

Der junge Mann verſank in ſeine Träumereien; er blieb fünf Minuten auf derſelben Stelle ſtehen, um die Vorderſeite des Hauſes zu betrachten, und ſchien ſich weder um Wind noch um Regen zu be⸗ kümmern. Man konnte ſagen, es haben ſich jetzt tiefe, ernſthafte Gedanken ſeines Geiſtes bemächtigt, er denke nicht mehr an ſeine Zuſammenkunft und er bemerke es nicht, daß er am Ufer des Kanals ſich befinde. 3

Da ſcholl ein heftiger Peitſchenknall in ſeine Ohren

und die heiſere Stimme eines Fuhrmanns brachte ihn wieder zu ſich ſelbſt:Platz, Platz, Mordelement!