Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
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Reginald iſt jung, hübſch, reich; warum iſt er nicht zufrieden, im Beſitze einer wohlgebildeten, reizenden Frau zu ſein, denn Emmeline iſt in der That lie⸗ benswürdig?! Statt ſich glücklich in ihrem Beſitze zu fühlen, vernachläßigt er ſie gänzlich, ſeit ſie bei ihm wohnt, läßt ſie beinahe immer allein, läuft fort, ſich mit ſeinen Freunden, vielleicht mit andern Frauen zu vergnügen, und erinnert ſich nicht bälder, daß er bei ſeiner Frau wohnt, als bis er Abend. in ſein Haus tritt und ſeine Pantoffeln und ein wohl⸗

gewaärmtes Bett findet. Und dann ſind dieſe Herren noch hocherſtaunt, daß man ihnen nicht treu ſei...

In einem Concerte war's, wo ich mich mit dieſer jungen Frau zuſammenfand. Ich dachtẽ wahrhaftig nicht daran, ihr die Cour zu mmachen, allein ich fand ſie liebenswürdig und ſagte 4 jene Artigkeiten, die ſich immer ungeſucht geben, wenn uns eine Frau gefällt, auch wenn man nicht verliebt iſt. Ich war erſtaunt, die Wahrnehmung zu machen, daß ſie mir mit Gefühl, mit Zärtlichkeit antworte, ja, daß ſie das im Ernſte nahm, was nur ſo obenhin geſagt hatte. Wer wird aber in ſoölchem Falle, ohne un⸗ gezogen zu ſein, einer Dame antworten: Ich ſagte Dieß und Jenes zu Ihnen, aber es iſt kein wahres Wort daran! Das wäre für's Erſte ſehr unhöflich,

für's Zweite kann ſo davon keine Rede ſein, wenn die Frau, die uns eine zarte Aufmerkſamkeit bezeugt,

hat, jung und liebenswürdig iſt; man fühlt ſich viel⸗ mehr geſchmeichelt, ihr zu gefallen, man ſieht ſich in einen Zuſtand der Unruhe, der Genugthuung ver⸗