10
der größte Theil dieſer Herren ganz und gar nicht. Kaum haben Sie ihre Frau bei ſich, ſo fangen ſie an, ihr alte Hemden und Strümpfe zum Flicken und Knöpfe zum Annähen an die Hoſen zu geben: das iſt die hoch und theuer geſchätzte Verbindlichkeit, ſie angenehm zu unterhalten! Sofort halten ſie ſie dazu an, die Kleinigkeiten des Hausweſens ſorgfältig zu überwachen, die Rechnungen der Magd und der Wä⸗ ſcherin in Richtigkeit zu bringen, ihnen Hemdkrägen zu ſtärken, Halsbinden zu ſäumen. Was dann end⸗ lich das Non plus ultra ihres Glückes ſein ſoll, das
iſt, ſich in der Küche zu beſchäftigen und zu lernen,“
wie man einen kalekutiſchen Hahn füllt oder wie man
eine Chokolade⸗Crème zubereitet. Arme bedauerns⸗
werthe Frauen! Euren guten Willen, Euch zu Nä⸗ therinnen und Köchinnen herzugeben, zu belohnen, wird man euch etwa wenigſtens zarte Sorgfalt be⸗ weiſen, wird man euch an Liebe erſetzen, was euch bei häuslicher Beſchwerlichkeit und Mühe verloren geht? O nein! Euer Herr Gemahl wird verdrieß⸗ lich, zankſüchtig, jähzornig ſein;z kaum werdet ihr euch unter dem Dach des Geliebten befinden, ſo wird er ein nur gar nicht liebenswürdiger Ehemann wer⸗ den; er wird ohne euch in die Stadt gehen, dort zu Mittag zu ſpeiſen, er wird euch am Abend allein laſſen, um euch der Langeweile zu übergeben und auf ſich warten zu laſſen, er wird es übel nehmen,
daß ihr ihn batet, auszugehen, und wird erſtaunen,
daß ihr euch nicht überſchwänglich glücklich bei ihm findet.. Siehe da Emmelinens Geſchichte! Ihr Herr


