Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

. 9

* einen Bruch und eine Scheidung herbeiführt, welche dann in aller Ordnung, ohne Geräuſch und Scan⸗ dal, vor ſich gehen. So lebt auch Emmeline mit einem Gewerbsmanne und führt den Namen Frau Reginald; ſie iſt keine Maitreſſe, denn eine Maitreſſe lebt nicht als Ehegeſpons mit ihrem Geliebten, ſie zieht es vor, ihren eigenen Herd zu haben und hat wahrhaftig hierin Recht. Eine Frau jedoch, die

ſich einem Manne vergibt, wohnt mit ihm zuſammen

und trägt ſeinen Namen; ſie hat alle die Sorgen und Widerwärtigkeiten, alle die Langeweile einer Haushaltung, ohne auch nur deren Vortheile zu ge⸗ nießen, Arme Emmeline! Herr Reginald iſt reich, aber ich weiß nur zu gut, daß er Dich nicht glück⸗ lich macht. Ich möchte nur wiſſen, was dieſe Herren denken, die, wenn ſie die Liebe zu einer Frau dahin gebracht hat, ſich mit ihr zu verbinden, ihr nicht den Namen einer Gattin geben und ſie nicht wie ihre Frau behandeln! Oder wie? Ihr verliebet euch in eine Frau, auf daß ihr ſie Tag nnd Nacht bei euch haben müßt; allein fangt ihr dann etwa an, dieſe eure Frau mit Vergnügungen aller Art zu umgeben? Seid ihr dann mehr um ſie als ein Liebhaber, kommt thr ihren Wünſchen zuvor, tragt ihr Sorge, daß ſie auch nicht einen Augenblick Langeweile bekomme, daß eure Wohnung ihr angenehm ſei? Führet ihr ſie in's Theater, auf den Ball, auf die Promenade, kurz, verſchaffet ihr derſelben tauſend Zerſtreuungen, damit ſie ſich nicht nach der Freiheit zurückſehne, die ſie euch geopfert hat? Gott behüte! So macht es