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kann. Dem Armen muß auch eine Entſchädigung zu Theil werden.
Nach ſolchen köſtlichen Geſprächen mit der kleinen Nätherin kehrte Paul leichteren und zufriedeneren Herzens auf ſeinen Platz zurück; dann blickte er nach Sansceravate, mit welchem er ſich gerne verſöhnt hätte, weil er in ſeinem Innern eine unbeſiegbare Zuneigung zu demſelben hat. Wahre Empfindungen erlöſchen nicht ſo leicht, und wenn man für Jemand Sympathie fühlt, ſo geht's wie mit dem Tempera⸗ mente; ſo viel man ſich auch Mühe gibt, es zu unter⸗ drücken, es gewinnt immer wieder die Oberhand.
Aber Sanscravate war faſt nie an ſeinem Platze. Sobald er einige Sous verdient hatte, verleitete ihn Johann Ficelle wieder in's Wirthshaus oder zum Spiele.
Es war ſchon einige Zeit ſeit Alberts Abreiſe verfloſſen, als eines Tages ein Herr zu Paul hintrat, der auf ſeinem Reffe ſaß.„Ich habe Sie geſucht,
mein Freund,“ begann er,„Sie ſollen mir einige
Aufträge beſorgen... kennen Sie mich noch?“ Paul entgegnet ſchnell mit gerührter Stimme: „Ach ja, mein Herr, Sie ſind Herrn Alberts Vater; es wäre unverantwortlich von mir, wenn ich Sie ver⸗ geſſen hätte. Sie ſind ſo gütig gegen mich geweſen.“ Herr Vermoncey erwiedert lächelnd:„Ich habe nur meine Pflicht erfüllt. Folgen Sie mir aber, ich muß Ihnen mehrere Commiſſionen auftragen.“ Paul folgt Herrn Vermoncey in ſein Haus, dort gibt ihm derſelbe mehrere Briefe, auf welche er


