Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
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können es nicht Ihren Eltern geben, Sie haben ja keine.

Der junge Commiſſionär erröthet und ſtammelt: Fräulein Elina, ich habe mir nichts erſpärt, es war mir nicht möglich, denn...

Elina glaubt, ſie habe ihren Freund beleidigt und verſetzt daher ſchnell:Ol ſeien Sie nicht böſe, daß ich das geſagt habe... mein Gatzt Sie glauben vielleicht, ich hänge am Gelde! o, das iſt mir gleich⸗ gültig, machen Sie ſich keinen Kummer, Herr Paul, wir werden ſchon unſer Auskommen finden. Sie wiſſen ja, daß ich reich bin, und ſobald ich majorenn bin, muß mir meine Tante das Vermögen, welches mir mein Vater hinterlaſſen hat, zurückgeben. Dann gehört es Ihnen, und damit können wir herrlich ein kleines Geſchäft anfangen. Potz Tauſend! Herr Paul, ſeien Sie nicht mehr traurig, wenn ich Ihnen ſage, daß wir ſpäter noch recht in's Glück kommen werden.

Paul küßt ſeufzend Elina's Hand, ſein Angeſicht heitert ſich auf, Liebe ſtrahlt aus ſeinen Augen; wie könnte man auch klagen, wenn man ſich ſo zärtlich geliebt ſieht.

So endigten oft die Unterredungen, welche in einer Straßenecke, unter einem Hofthore oder unter einem Hauseingange ſtattfanden.

Unter dem prachtvollen Getäfel eines Salons werden manchmal keine ſo ſüßen Worte ausgetauſcht.

Damit will ich eben nicht dazu aufmuntern, daß man an einer Straßenecke der Liebe pflegen ſoll; ſondern euch nur beweiſen, daß man überall lieben