Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

151

glühende Seufzer auszuhauchen. Genießen wir die⸗ ſes Glück durch und durch, ſo nimmt es uns ganz in Anſpruch und läßt uns keine Zeit übrig, etwas Anderes zu empfinden. Jene Dame der guten alten Zeit hatte ſehr Recht, daß ſie, als ihr Cavalier ein Obdach gegen den Regen für ſie ſuchte, ausrief:Sie lieben mich nicht mehr, ſonſt würden Sie nicht be⸗ merken, daß es regnet.

Elina erzählte Paul Alles, was ſie that und was ſie dachte, all' die kleinen Plane, welche ſie den Tag über und oft auch die Nacht durch erſann; denn man

ſchläft nicht immer bei Nacht, beſonders nicht, wenn

man recht verliebt iſt.

Der junge Commiſſionär hörte theilnehmend die ſüßen Aeußerungen ihres Vertrauens an, denn Elina's Paane, Gedanken, Hoffnungen und Wünſche bezogen ſich ſtets auf ihn. Sie erzählte Alles mit einer Nai⸗ vität und einer Freimüthigkeit, die ihren Geliebten entzückten. Aber trotz dem war dieſer oft traurig, worüber ſich das junge Mädchen mitunter ärgerte und daher eines Morgens zu ihm ſagte:Sie ſchei⸗ nen übrigens gar nicht vergnügt, daß ich Ihnen alle meine Gedanken mittheile, Sie billigen meine Pläne für die Zukunft nicht! Statt erfreut zu ſein, daß ich immer an Sie denke, ſcheint es Ihnen im Gegentheil unangenehm und zuwider zu ſein;z wenn das der Fall iſt, Herr Paul, dann ſchweige ich von nun an! O, glauben Sie ſo etwas nicht, Fräulein Elina! ruft Paul, das Mädchen bei der Hand nehmend, aus.Ich höre Ihnen mit dem größten Vergnügen

2