Teil eines Werkes 
3. Th. (1844)
Entstehung
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beſonders begünſtigt... einen jungen Menſchen, Na⸗ mens Paul, der ſich erlaubt, ſeine Blicke auf uns zu richten, wenn wir vorbeigehen, was ich doch zu frech finde; ich habe mir vorgenommen, dieſem Kerl deß⸗ halb eines Tages meine Meinung zu ſagen! Iſt ein Commiſſionär nicht auch ein Menſch wie ein an⸗ derer? flüſtert geärgert die kleine Elina.Warum ſollte er nicht das Recht haben, uns anzuſehen? Ein Commiſſionär ein Menſch wie andere!... ruft ein junges Mädchen mit ſcharfen, ſpöttiſchen Zügen, eingekniffenen Lippen und einer gellenden Stimme aus.Leute, die den ganzen Tag an den Ecken ſtehen, oder ſich in den Schenken herumtreiben!.. Ach! gro⸗ ßer Gott!... wenn Einer ſich erlaubte, mich allzu⸗ lange anzuſehen, würde ich ihm bald ſeinen Platz anweiſen. Wie einfältig, ſagt die dicke Julie, ſie ſind immer an ihrem Platze. Was mich be⸗ trifft, ſo habe ich keinen ſo canalleuſen Geſchmack. Ich würde mit keinem Manne ausgehen, der keine Handſchuhe an und keine Stege an den Beinkleidern hat! Achl ſie erinnert mich an die große Helena, die hier gearbeitet hat, und immer zu uns ſagte: ich gehe mit keinem Manne, der nicht ſafianlederne Stiefelſchäfte hat... mit ſolchen, die Schäfte von gewöhnlichem Leder haben, gebe ich mich nicht ab⸗ denn ſie laſſen ihre Stiefeln nicht lackiren. Ich habe geglaubt, rechtſchaffene Leute ſeien keine Canail⸗ len, entgegnet Elina, vor Zorn hoch erröthend,und man bezeichne mit dieſem Ausdrucke bloß Lumpen⸗ geſindel und Betrüger! Potz! Elina wiederſetzt