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nen, gibt übrigens der erſten 2u deletih nichts nach. Es würde einem Schnellſchreiber nicht leicht möglich ſein, die Unterhaltung dieſer Damen niederzuſchrei⸗ ben, wenn ſie, was man heißt, einmal im Zuge ſind, und das ſind ſie ja faſt immer.
Nun wollen wir das Geſpräch in der Arbeitsſtube mit anhören und uns Mühe geben, etwas von die⸗ ſem Chaos zu verſtehen.
„Fräulein Laura, wo haben Sie die graue Seide hingebracht?— Sie liegt vor Deiner Naſe, dicke Trutſchel, die iſt doch lang genug, Du ſollteſt dar⸗ auf ſtoßen.“
Fräulein Laura iſt das große Mädchen, molches beim Sprechen und Arbeiten immer mit den Pne ſchaukelt, als ob es die Cachucha tanzte; die erſte Arbeiterin heißt Fräulein Frotard; die, welche nach der Seide gefragt hat, iſt ein ſehr dickes Mädchen, deſſen Verſtand gänzlich in ſeine Fleiſchmaſſe über⸗ gegangen zu ſein ſcheint, ſie heißt Juliette, aber ihre Kameradinnen heißen ſie oft Julie, Julius, Potage, kurz, wie ſie wollen. Das dicke Mädchen iſt ſehr gutmüthig, ſie wird nie böſe.
„Wer hat den Roſa⸗Atlas?...— Das wird ein wunderſchönes Kleid mit Sammet und mit Atlas... gehört es einer Herzogin?— O nein, einer Sän⸗ gerin bei der komiſchen Oper, dieſe kleiden ſich beſſer als die vornehmſten Damen.— Ei, da man gerade von der komiſchen Oper ſpricht... man ſagt, dort
gebe es Logen mit Nebenzimmer... iſt es wahr,
Mamſelle Laura?— Einigermaßen, mein Kindchen.


