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Johann Ficelle:— Was oben machen? Nach wem
fragen?— Hm! das weiß ich nicht... man kann aber thun, als ob man irre gegangen wäre. Wir können nach einer Hebamme fragen, für eine Dame, die in Kindesnöthen ſei.— Das wäre eine gute Aus⸗ rede.— Oder können wir fragen, ob der frühere Commiſſär, Herr Paul, da logire.— Nein! nein!“ ruft Sanscravate, wieder aus dem Hauſe heraus⸗ gehend, aus.„Im Ganzen genommen hat Paul Recht, wenn er behauptet, man brauche ſeine Hand⸗ lungen nicht zu beſpioniren... er könne thun, was
er wolle. Ich ſehe ein, daß es unpaſſend iſt, die
Geheimniſſe Anderer erſchleichen zu wollen! Ich bin der Ueberzeugung, daß mir ein ſolches Geſchäft nicht anſteht.. Komm, wir wollen gehen!“
Johann Ficelle ſpricht nichts mehr, er folgt ſei⸗ nem Kameraden aber nur ungerne und dreht ſich alle Augenblicke um, um noch einen Blick auf das Haus zu werfen, aus dem ſie eben wieder heraus⸗ gegangen waren. Plötzlich packt er Sanscravate,
deerr ihm einige Schritte voraus iſt, beim Arme, und ruft ihm mit ſchneidender Stimme zu:„Siehſt Du Pauls Geheimniß... da kommt es aus dem Hauſe
heraus. Ach! ich hätte doch darauf gewettet!“
Sanscravate dreht ſich um, ſieht Baſtringuette aus dem Hauſe herauskommen, in welchem ſie vor⸗ hin geweſen ſind, und von da in die Straße Bar⸗ bette einlenken. Das große Mädchen geht langſamen Schrittes vorwärts, ſie ſteht ſogar ſtille, um ein Nas⸗ tuch aus der Taſche zu ziehen, und ſich die Augen abzuwiſchen, als ob ſie geweint hätte, dann ſetzt ſie ihren Weg wieder fort.
Sanscravate hat hinlängliche Zeit gehabt, ſie zu betrachten, er kann nicht daran zweifeln, daß ſie es iſt. Er hat ſogar das Foulard erkannt, welches ſie aus der Taſche zog, denn es iſt ein Geſchenk von ihm. Er iſt außer Stand, ſeine Augen von ſeiner
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