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von Valentinois erhob. Ehemals trug die Straße ihren Namen, weil ſie darin wohnte; ich könnte nicht ſagen, warum man ſie umgetauft hat, aber der Namen einer hübſchen Frau gefiele mir beſſer, als der Trois⸗Pavillons.
Kommt man endlich in die alte Templeſtraße, ſo zieht es Einem das Herz zuſammen, wenn man an die Ermordung des Herzogs von Orleans denkt, die an einem November⸗Abend des Jahres 1407, dicht neben einem kleinen Hauſe, welches man das Bild unſerer lieben Frau hieß, ſtattfand.
Doch wir haben uns nun genug den Erinnerun⸗ gen hingegeben, welche dieſes Quartier in uns her⸗ vorgerufen hat. Wenn auch der Marais bis auf den heutigen Tag in einigen Straßen ſein urſprüng⸗ liches Weſen beibehalten hat, ſo ſind doch mancherlei Veränderungen mit ihm vorgegangen: neue, hohe, breite Straßen, elegante, ja kokette Häuſer ſind an der Stelle der gothiſchen, düſtern Gebäude unſerer Vorfahren erſtanden. Auch die jetzigen Bewohner dieſes Quartiers haben nichts mehr von jenen Pari⸗ ſern an ſich, die zu der Zeit, von welcher wir eben geſprochen, in dem Marais logirt haben. Gewohn⸗ heiten, Manieren und Gebräuche, Alles hat ſich ge⸗ ändert, und wir dürfen unſern Zeitgenoſſen Glück dazu wünſchen, denn wir haben aus dem vorhin Erwähnten erſehen, daß mit den Erinnerungen an die frühere Vergangenheit immer Duelle, Mord⸗ thaten und meuchleriſche Ueberfälle verknüpft, ſind. Wir ſind vielleicht weniger ritterlich, ſind* bei


