Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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zerknittert und auf den Boden geworfen hat... Morgen will ich in das Kaffeehaus zurückkehren und den Kellner fragen, ob er das Papier geſehen hat. Jedenfalls werde ich nicht ſo dumm ſein, zu ſagen, was mir begegnet iſt... ſie würden mich verhöhn en .. ich muß im Gegentheil thun, als ob ich einen vollſtändigen Sieg gefeiert hätte.

Balivan wohnt in der Taitbout⸗Straße, in dem nämlichen Hauſe, wo Elina und ihre Tante wohnen. Der Maler logirt im dritten Stock; er hat drei Zim⸗ merchen und ein ziemlich geräumiges Atelier, welches groß genug für ihn iſt, da er ja nur Porträts malt.

Der junge Maler hat mehrmals, als er nach Hauſe kam, die junge Nätherin begegnet, die ſich gerade an ihr Geſchäft begab. Die Niedlichkeit und Lieblichkeit des jungen Mädchens fiel dem Künſtler auf. Als er erfuhr, daß ſie ſeine Nachbarin ſei⸗ ſuchte er ihre Bekanntſchaft zu machen: er machte ihr das Anerbieten, ihr Bildniß zu malen, wenn ſie ſich als Modell zu einem Porträt hergebe, welches er in die Gemäldeausſtellung thun wolle. Aber die kleine Elina gab dieſen Vorſchlägen kein Gehör und

war nicht zu einem Beſuche bei dem Maler zu be⸗ wegen, und doch iſt es etwas ſo Angenehmes, ſein Porträt zu beſitzen! Wie viele Frauen und junge Mädchen laſſen ſich durch den Wunſch, ihr Bild in der Gemäldegallerie zu ſehen, und um den Beifall zu hören, der demſelben gezollt wird, dazu verfüh⸗ ren! Welche Freude, wenn man zu ſeinen Freun⸗ dinnen im Magazin ſagen kann: Mein Bild iſt in