Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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verſprochen hatte, Nichts wird, ſo kehrt man ſo be⸗ ſchämt nach Hauſe zurück, wie der Rabe in der Fabel. Wenn man aber vollends ſtatt der Küſſe, die man zu erhalten hoffte, eine Ohrfeige empfängt, ſo iſt es gewiß erlaubt, neben dieſer Beſchämung auch noch Wuth und Verachtung zu empfinden.

Man ſagt, eine Ohrfeige von einem Frauenzim⸗ mer thue nicht wehe; wahrſcheinlich deßhalb, weil man ſie oft in einem Augenblicke der Heftigkeit gibt und dann das Geſchehene bereut, ſo daß der, welcher ſie erhalten hat, Vortheil daraus ziehen kann.

Aber eine trockene, einfache Ohrfeige, und weiter nichts, wird euch ohne Zweifel weder von der ſchön⸗ ſten Frau, noch von der ſchönſten Hand angenehm vorkommen. 1

Man hält mir vielleicht entgegen, Madame Plays

habe dem jungen Tobias kein Rendezvous gegeben.

Allerdings nicht; aber ſie hatte ſeinen Arm ange⸗ nommen, ſie war mit ihm in ein Privatzimmerchen gegangen: das Alles hieß für Leute von Lebensart bereits, daß ſie ihn vollſtändig als Stellvertreter Al⸗ berts anerkenne. Der kleine junge Mann überließ ſich ſeinen Be⸗ trachtungen, während er ſich von den elyſäiſchen Fel⸗ dern nach der Taitbout⸗Straße begab; er ging außer⸗ dentlich ſchnell, denn man geht ſelten langſam, wenn man aufgeregt iſt, und ſprach unterwegs bei ſich: Hat Albert der Dame vielleicht nicht Das geſchrie⸗ ben, was er ſich ſelbſt laut vordiktirte... ich hätte den Brief vorher leſen ſollen, ehe ich ihn abgab..