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er nur einen Schoppen und ein Stück Brod verzehrt, als ob die größte Geſellſchaft da wäre.
Inmitten dieſer von Trinkern umgebenen Tiſche iſt einer, an dem eine Mahlzeit gehalten wird, welche die meiſten Anweſenden mit neidiſchen Blicken betrach⸗ ten. Sanscravate, ſeine Geliebte und die beiden andern Commiſſionäre ſitzen daran.
Die Veilchenhändlerin ſitzt neben Sanscravate, der ißt, trinkt, ſpricht, lacht, ſingt, aufwartet und ein⸗ ſchenkt, ohne nur eine Minute auszuſetzen, oft ſogar mehrere Dinge zugleich thut.
Jungfer Baſtringuette ſcheint die Heiterkeit ihres Geliebten nicht zu theilen; ſie ißt viel, ſpricht aber wenig. Bisweilen ſieht ſie Paul an, der gegenüber von ihr ſitzt: dieſer ſucht jedoch ihren Blicken auszu⸗ weichen, weßhalb er ſeine Augen oft auf ſeinen Teller heftet. 3
Johann Ficelle ſitzt gegenüber von Sanseravate; er thut dem Eſſen alle Ehre an und ſpeist unauf⸗ hörlich. Dieß hindert ihn indeß nicht, ſeine Blicke rechts und links hinſchweifen zu laſſen und Alles zu ſehen, was in der Stube vorgeht.
„Wer will noch ein wenig Haſenfricaſſée?“ fragt Sanscravate, der ſich aus einer ungeheuren Platte herausſchöpft, welcher die Gäſte ſchon tüchtig zuge⸗ ſprochen haben.„Niemand ſpricht: ich nehme mir?— Gib mir noch ein Stückchen!“ ſagt Johann Ficelle, ſeinen Teller hinhaltend.—„So laſſe ich mir es gefallen!“ ruft Sanscravate, ſeinen Freund bedie⸗ nend, aus; Du machſt mir Freude!... Du biſt
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