Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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weder die Einladungen, noch die Aufmunterungen ſeiner Kameraden hätten ihn vermocht, einen Kreuzer weiter auszugeben, denn er wollte ſich Etwas erſpa⸗ ren und nicht immer Geſelle bleiben.

In einiger Entfernung von ihm hatte ein Zim⸗ mergeſelle mit kupferigem, glänzenden Geſichte, dem der Weindunſt faſt die Augen zudrückte, ſchon einige Flaſchen geleert, und ſtand, weit entfernt, nach Hauſe zu gehen, wo ſeine Frau auf ihn wartete, eben im Begriffe, noch mehr zu trinken; ja er forderte Be⸗ kannte und ſogar Fremde dazu auf, kurz, er war bereit, den letzten Heller ſeiner eben erhaltenen Bezahlung zu vergeuden, auf welche ſeine Frau vergebens harrte, um Brod für ihre Kinder zu kaufen.

An einem andern Tiſche iſt ein etwa fünfzigjäh⸗ riger Mann mit grauen Haaren und einem unge⸗ 33 heuren Backenbarte, deſſen Kleidung auf keinerlei Hand⸗ werk hindeutet. Sein Kinn ſteckt in einem ungeheu⸗

ren Stück Drillich, welches ihm als Halsbinde dient;

er hat zwar einen Rock an, der aber ſchadhaft, zer⸗

4 flickt und viel zu kurz für ihn iſt, eine Hoſe, deren uen Farbe man gar nicht mehr unterſcheiden kann, und die hinten ſtatt der Schnallen mit Bindfaden zuſam⸗ mengezogen iſt. Auf ſeinem Kopfe ſitzt ein runder Hut, wenn man ein an mehreren Stellen durchlöcher⸗

tes Stück Filz, welches nur noch einige Reſte eines Randes hat, ſo nennen kann. Deſſenungeachtet trägt dieſer Menſch aber ſeinen Kopf hoch, mißt alle An⸗ kommenden mit den Augen, ſchlägt mit ſeinem Meſſer auf den Tiſch, und ſingt und lärmt t allein, während