Teil eines Werkes 
2. Th. (1844)
Entstehung
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Erſtes Kapitel. Die Schenke. Volksſcenen.

In einer Schenke in der Straße Sanct⸗Lazare ſtanden in einem Gemache des erſten Stockwerkes meh⸗ rere Tiſche; um hieher zu gelangen, mußte man durch die unten befindliche Kellerſtube eine Stiege hinauf gehen, die mitten in die obere Wirthſchaftsſtube aus⸗ lief, wo ſich die Trinker verſammelten, um unge⸗ ſtörter zu ſeyn.

Im gegenwärtigen Augenblicke befanden ſich Tag⸗ löhner, Leute aus dem Volke und herumziehende Krä⸗ mer in der Schenke. Die Einen nahmen nach einem mühevollen Tage eine beſcheidene Mahlzeit ein und erholten ſich im Wirthshauſe von ihrer Anſtrengung; die Andern beabſichtigten, nachdem ſie den größten Theil des Tages gefaullenzt hatten, auch einen Theil ihrer Nacht ſo hinzubringen.

Solche, die nichts gearbeitet und demzufolge auch nichts verdient hatten, waren wie gewöhnlich Die, die am meiſten aufgehen ließen; Sparſamkeit geſellt ſich beinahe immer zur Thätigkeit, gleichwie Ver⸗ ſchwendung Hand in Hand mit der Faulheit geht. Eiin Maurergeſelle allein an einem Tiſche ſitzend mit einer wahren Glückſeligkeit ein Stückchen Käſe, welchen er mit einem Schoppen Wein anfeuchtete;

Paul de Kock. XXXIV.