Teil eines Werkes 
1. Th. (1844)
Entstehung
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es ab, ob ich Ihnen Gehör ſchenken werde.. Leſen Sie, leſen ſie! entgegnete Tobias, der ſich vorſtellt, Alberts Brief könne die ſchöne Frau nur zu ſeinen Gunſten ſtimmen! 6

Madame Plays öffnet den Brief und geht ihn leiſe durch, je weiter ſie aber liest, je mehr verän⸗ dert ſie ſich, ſie wird immer röther, und der Aus⸗ druck des Zorns und der Verachtung malen ſich in ihren Zügen. Um dieſes zu begreifen, muß man ſich erinnern, daß der leichtſinnige Albert ſeine Epiſtel ſchrieb, während ſein Freund Mouillot laut den Speiſe⸗ zettel machte. So geſchah es, daß derſelbe, während er nur die Phraſen zu ſchreiben glaubte, die ihm gerade in den Kopf kamen, auch einen Theil der Speiſen niederſchrieb, die ſich Mouillot diktirte, wo⸗ durch ein Billet folgender Art daraus entſtand:Rei⸗ zende Frau, Sie wiſſen, wie ſehr ich Sie liebe... für drei, das reicht ſchon. Ihr Bild ſchwebt unauf⸗ hörlich vor meiner Seele... Einen Kalbskopf mit Schildkröte. Damit Sie mich nicht vergebens zum Stelldichein erwarten, ſchicke ich Ihnen einen ver⸗ trauten Freund... der recht friſch iſt... Er wird Ihnen Geſellſchaft leiſten... Mit weißer Sauce.

Madame Plays mag nicht weiter leſen, ſie ballt das Papier in ihren Händen zuſammen, wirft es zu Boden, ſteht raſch auf, betrachtet Tobias mit Blicken, die ihm unbegreiflich ſind, und frägt ihn mit zorn⸗ erſtickter Stimme:Wiſſen Sie, was dieſer Brief ent⸗ hält? Ja, ich weiß es... gewiß, ſchöne Dame,