9 ich empfangen will..— Ja, liebe Freundin... wenn Sie wollen, ſage ich zu Alfred und Eduard, daß ſie ſogleich abreiſen können, daß uns dies gleich⸗ gültig iſt...— Wieder eine Dummheit!... mein Herr; ſagen Sie nichts, thun Sie nichts, miſchen Sie ſich in nichts; das iſt Alles, was ich von Ihnen verlange.“
Damit läßt Cornelia ihren Gemahl ſtehen, der, als er allein iſt, heftig mit dem Fuß auf den Boden ſtampft und ſagt:„Ich will ihr nicht widerſprechen, weil wir im Honigmonat ſind, ich weiß aber, daß ich der Herr bin, das iſt mir genug.“
Als die beiden Freunde wieder beiſammen ſind, fragte Alfred:„Aus welchem Grunde haſt Du un⸗ ſere Abreiſe um einen Tag verſchoben? ich glaubte, es dränge Dich aus der Gegend... aus dieſen Ber⸗ gen fort?“
„Ja, ja, gewiß, erwidert Eduard verlegen; aber ehe ich die Auvergne verlaſſe... wohin ich nie wie⸗ der kommen werde... möchte ich... Alfred, Du wirſt mich zanken!.— Nein, ſage mir frei her⸗ aus, was Du noch hoffſt?— Nichts mehr... aber dem Wunſche, Iſaura noch einmal zu ſehen, ihr ein letztes Lebewohl zu ſagen, vermag ich nicht zu wider⸗
ſtehen!— Das dachte ich!...— Ich verließ ſie ſo barſch, ſo plötzlich; doch damals kannte ich ihre ganze Treuloſigkeit noch nicht;... ſei aber
ruhig, nicht um ihr unnütze Vorwürfe zu machen, will ich ſie wiederſehen, im Gegentheil!... Ich ſage ihr... daß ich ihr all das Leid vergebe, das ſie mir


