117
von Zinſen lebt!— Ich habe Ihnen nicht geſagt, daß er von Zinſen lebe... ſondern ich vermuthe, er ſei reich geweſen, ein großer Unterſchied!“
Man unterhält ſich noch einige Zeit von dem Unbekannten; bis die Ankunft neuer Gäſte den Mann mit ſeinen mageren Mahlzeiten in Vergeſſenheit bringt.
Am andern Morgen lag er auf ſeine Steinbank 4 niedergeſtreckt; weniger ſeinen Gedanken hingegeben, ſchien er die ankommenden Reiſenden zu muſtern, und mehr als einmal machte er eine Bewegung, einigen von ihnen näher zu treten; bald fiel er jedoch wieder auf ſeine Bank zurück, und ein peinliches Ge⸗ fühl malte ſich auf ſeinen Zügen.
Um zwolf Uhr etwa tritt er in die Herberge, nimmt ein gleich beſcheidenes Mahl ein wie geſtern, und bleibt, ſeinen Kopf in beide Hände geſtützt, lange in ſeine Gedanken verſunken. Der Wirth ſelbſt wagte nicht, ihn zu ſtören, als ſich ein großer Lärm hören läßt: eine Extrapoſt kommt an. Drei junge Leute: und ein Diener ſtiegen heraus, und Wirth und Keller⸗ mädchen ſprangen herbei, Robineau und ſeine beiden Reiſegefährten zu empfangen, denn ſie waren es, dir in Clermont eintrafen.
„O weh! holla!... ich bin gerädert, aagt Ro⸗ bineau, man hat wohl Recht, zu ſagen, es geht wie mit Extrapoſt... Wie es gegangen iſt, meine Herren! Städte und Dörfer flogen vor uns davon!— Das heißt, wir flogen vor ihnen!— Es iſt hübſch... luſtig, ſchnell zu reiſen... o weh, meine Wade!... Franz, gib auf meine Koffer und Effekten Acht!—


